Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wollen bei der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie künftig gemeinsam vorgehen. LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und WKÖ-Präsidentin Martha Schultz haben dazu ein Kooperationsprojekt angekündigt. Im Mittelpunkt stehen vor allem digitale Lösungen, mit denen Gäste einfacher erfahren sollen, woher zentrale tierische Lebensmittel stammen.

Dabei geht es ausdrücklich noch nicht um ein fertiges Kennzeichnungssystem. Eine Expertengruppe mit Vertretern aus Gastronomie und Landwirtschaft soll zunächst prüfen, welche Lösungen praktikabel und möglichst unbürokratisch umgesetzt werden können. Das Projekt soll laufend evaluiert werden.

Digital statt mehr Bürokratie

Ziel ist laut LKÖ und WKÖ eine breitere und möglichst einheitliche Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Gleichzeitig sollen Betriebe dadurch nicht mit zusätzlichen administrativen Aufgaben belastet werden.

„Unsere Gastronomiebetriebe stehen enorm unter Druck – durch Auflagen und Bürokratie, hohe Kosten sowie Steuern und Abgaben“, betont WKÖ-Präsidentin Martha Schultz. Mehr Herkunftstransparenz müsse daher digital und praktikabel funktionieren. Parallel dazu soll ein Paket mit Entlastungen für Wirtinnen und Wirte ausgearbeitet werden.

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94,5 Millionen Portionen gekennzeichnet

Als Grundlage für das neue Projekt dient die LKÖ-Initiative „GUT ZU WISSEN“. Das System informiert bereits an 1.280 Standorten in Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Hotellerie über die Herkunft der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier. Nach Angaben der LKÖ werden damit jährlich rund 94,5 Millionen Essensportionen erfasst.

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Die Herkunftsinformationen können digital für unterschiedliche Anwendungen bereitgestellt werden – von Speisekartenbeilagen und Aushängen bis zu digitalen Informationsangeboten. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen die teilnehmenden Betriebe jährlich.

Gemeinsamer Weg statt Gegensätze

Für Josef Moosbrugger markiert die Kooperation einen neuen Ansatz in einer seit Jahren kontrovers diskutierten Frage. Landwirtschaft und Wirtschaft wollen nun gemeinsam erarbeiten, wie mehr Herkunftstransparenz mit den Anforderungen der Gastronomiebetriebe verbunden werden kann.

Langfristiges Ziel sei eine Grundlage für eine flächendeckende und einheitliche Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Ob und in welcher Form diese umgesetzt wird, soll von den Erfahrungen aus dem gemeinsamen Projekt abhängen.