Kleines Abc über Bilanzinhalte

 

Bäckerzeitung 35.2013
 

– Von Mag. Rudolf Siart –

 

Für viele Praktiker und Unternehmer gehört die Bilanz zum jährlichen Geschäft. Oft ist es aber so, dass der Steuerberater des Vertrauens die fertige Bilanz liefert und alle weiteren erforderlichen Schritte – wie etwa die Einreichung beim Firmenbuch – erledigt.

Die Bilanz ist aber für den Unternehmer selbst nicht bloß eine rechtliche Notwendigkeit, sondern in Wahrheit eine hervorragende Informationsquelle, die uns Antworten auf viele Fragen gibt:

 

Wie reich bin ich?

Das Eigenkapital zeigt das Reinvermögen des Unternehmens. Von den Vermögenswerten (Aktivseite) werden die Verbindlichkeiten (= Schulden) und Rückstellungen auf der Passivseite abgezogen. Das Ergebnis ist das Eigenkapital! Das Eigenkapital sehe ich rechts oben in der Bilanz, steht ein Minus dabei, ist es negativ.

 

Was habe ich investiert?

Die Antwort hierauf gibt es auf der linken Seite – Aktivseite, auch Vermögensseite genannt. Die Investitionen sind typischerweise im Anlagevermögen in Form von Maschinen, Fahrzeugen, Lizenzen, Einrichtungen, Gebäuden, Beteiligungen etc. zu finden. Außerdem kann auch in Vorräte investiert werden – diese stehen auch auf der linken Seite und zwar im Umlaufvermögen. Den Zustand meiner Investitionsgüter zeigt das Anlageverzeichnis, welches ein Teil des zum Jahresabschluss gehörenden Anhangs ist. Je höher die kumulierten Abschreibungen sind, desto abgenutzter sind meine Investitionsgüter.

Beispiel: (blau) Ich kaufe eine Maschine um 100.000 Euro, der Wert des Anlagevermögens steigt damit zunächst um 100.000 Euro. In der Folge verringert sich diese Vermögensposition aber durch die kumulierten Abschreibungen (AfA) für Abnutzungen – die Maschine verliert durch den Gebrauch an Wert!

 

Wie sind meine Investitionen finanziert?

Die Antwort hierauf gibt die rechte Seite der Bilanz (Passivseite). Dort sind sowohl die im Unternehmen befindlichen Fremdmittel (Bankverbindlichkeiten, Lieferverbindlichkeiten etc.) als auch die Eigenmittel (Stammkapital bzw. Nennkapital) abgebildet.

Beispiel: (blau) Die Maschine habe ich durch einen Bankkredit in gleicher Höhe gekauft. Die Bankverbindlichkeiten steigen also um 100.000 Euro.

 

Wie viel Geld habe ich flüssig?

Die Barmittel sind am Bankkonto und in der Kassa erfasst – Aktivseite, Umlaufvermögen.

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