Auch Fehler haben ihre guten Seiten 

 

Bäckerzeitung 49. 2014
 

von Hartmut Volk – Das Bemühen um Fehlerfreiheit ist ein selbstverständlicher Bestandteil fachgerechten Arbeitens. Gleichwohl, die ständige absolute Fehlerfreiheit bei der Arbeitsausführung ist eine Illusion. Und – richtig mit ihnen umgegangen lässt sich aus Fehlern vieles lernen.

„Einer der dümmsten Verhaltensfehler von Unternehmern und Vorgesetzten ist der falsche Umgang mit gemachten Fehlern. Gelten in einem Betrieb Fehler als Kapitalverbrechen, ist das der Todesstoß für die Eigeninitiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Thomas Weegen, Geschäftsführer der auf Zusammenarbeit und Unternehmensentwicklung spezialisierten Unternehmensberatung Coverdale, München. Und er sagt auch, weshalb das so ist: „In jedem Belegschaftsmitglied schlummern fachliche wie innovativ-kreative Fähigkeitspotenziale. Die Verteufelung von Fehlern führt dazu, dass diese Fähigkeiten ein für den Betrieb verschlossenes Reservoir bleiben. Bei der heutigen Kosten- und Wettbewerbssituation, dem bürokratischen Auflagenwust und der wachsenden Schwierigkeit, gutes Personal zu bekommen, sollten sich Chefs mehr denn je darum bemühen, diese verborgenen Reserven für den Betrieb zu erschließen und nutzbar zu machen.“

„Fehler bestimmen unser Leben“, sagt auch Professor Markus Ullsperger, Leiter der selbstständigen Forschungsgruppe ‚Kognitive Neurobiologie’ am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln. Fehler, so Ullsperger, „können fatale Folgen nach sich ziehen, tragen aber andererseits zur Optimierung unserer täglichen Handlungen bei. Überraschende und ungewollte Ergebnisse geben oft mehr Aufschluss als die bloße Bestätigung unserer Erwartungen.“  Sein Fazit: „Fehler treiben die Erkenntnis voran.“

 

 

 


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