200 Jahre Österreichischer Bäckerkalender 

 

Bäckerzeitung 28. 2014
 

Gustav Mahler: ‚Tradition ist nicht die Anbetung der Asche sondern die Weitergabe des Feuers.’ Getreu diesem Zitat sollte auch die Beschäftigung mit der Geschichte der Bäcker gesehen werden. Das Bäckerhandwerk als eines der ältesten Handwerke überhaupt, hat sich dementsprechend relativ früh zu einer Gemeinschaft zusammengefunden, das Wort Innung ist ja aus dem Wort ‚Einung’ hervorgegangen. Bereits 1227 ist die Wiener Bäckerinnung urkundlich nachzuweisen, dass diese wahrscheinlich schon viel länger bestanden hat ist anzunehmen. Wo Vereinigungen bestehen wird auch viel geschrieben und aufgezeichnet, immerhin rund 560 Jahre davon, die älteste Schrift bezieht sich auf das Jahr 1452, kann das Wiener Bäckerarchiv vorweisen. Zur Erinnerung: 1450 hat Gutenberg den Buchdruck revolutioniert und 1452 die Gutenberg-Bibel geschaffen.

Da muten 200 Jahre für ein Druckwerk, wie den Österreichischen Bäckerkalender, nahezu jugendlich an. Viele die die ‚Goldene Ausgabe’ des 200-jährigen Bäckerkalenders bereits in Händen halten, werden auch die geschichtliche Entwicklung dieses Druckwerks gelesen haben.

Bis zum Beweis des Gegenteiles kann davon ausgegangen werden, dass nur der Krakauer Schreibkalender, der 1641 an der Universität Krakau am astronomischen Institut geschaffen wurde und bis 1978 Bestand hatte, an Jahren älter ist. Wie der Krakauer dem Österreichischen Amtskalender als Vorbild diente, so hat auch der Bäckerkalender in seiner weiterentwickelten Form zwei wesentliche Komponenten. Er diente einerseits als Amtskalender in dem den Bäckermeistern – zunächst in Wien, später dann auch in den Bundesländern – die wesentlichen Ämter, Behörden und bürokratischen Gegebenheiten näher gebracht wurden. In der ‚Neuzeit’ wurde dieser Teil relativ stark zurückgedrängt, heute stehen im Wesentlichen die Wirtschaftskammerorganisation und jene Behörden im Vordergrund, mit denen das Mitglied, also der selbständige Bäckermeister, am häufigsten Umgang hat.

In den Anfängen waren aber die Verzeichnisse der Behörden ein ganz wesentlicher Teil, natürlich neben dem Mitgliederverzeichnis der Wiener Bäcker. Dieses Mitgliederverzeichnis wurde schließlich 1954 auf ganz Österreich ausgedehnt, weshalb am Titel seither sowohl der Jahrgang des Bäckerkalenders als auch der der ersten Österreichischen Gesamtausgabe angeführt werden.

 


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