Energieeffizienz rund ums Brot

 

Bäckerzeitung 24. 2014
 

Mit dem Einsatz von moderner Energie- und Umwelttechnik können in Bäckereien maßgebliche Einsparungseffekte erzielt werden. Wie und wo dieses Einsparungspotenzial zu finden ist, erfuhren die Teilnehmer des ICC-Symposiums ‚Energieeffizienz rund ums Brot’.

Das ICC-Austria-Symposium fand am 30. April 2014 an der BOKU Wien statt und eröffnete den Teilnehmern Möglichkeiten zur Verbesserung des Betriebsergebnisses über Energiekosteneinsparungen und technische Lösungen dazu. Betrachtet man den geringen Spielraum im Bereich der Rohstoff- und Personalkosten und ein Betriebsergebnis, das in vielen Betrieben nur wenige Prozente vom Umsatz beträgt, sind Einsparungen bei den Energiekosten ein empfehlenswerter Ansatz, um das Betriebsergebnis deutlich zu verbessern. Die technischen Lösungen dazu sind meistens kostengünstiger, als dies von den Unternehmen angeführt wird. Bei den Investitionen ist darüber hinaus die langfristige nachhaltige Energieeinsparung auch als Absicherung in einem Umfeld unsicherer Versorgungslagen mit z. B. Erdgas zu berücksichtigen. Aus Umweltsicht ist der verringerte Ausstoß an Kohlendioxid und der damit geringere ökologische Fußabdruck an positiven Aspekten anzuführen.

Bereits der erste Vortrag von Dipl.-Ing. Thomas Führer von der AMS Engineering GmbH aus dem oberösterreichischen Hagenberg setzte die Zuhörer in Erstaunen. Dipl.-Ing. Führer rechnete vor, dass in vielen Bäckereien ein Energieeinsparungspotenzial von mindestens 30 % aufzuspüren ist. In die Berechnung einbezogen wurden Energiekosten für Backen, Warmwasser und Heizung, Kälte, Beleuchtung, Maschinen und Treibstoff. Bei einem Bäckereibetrieb, der rund 200 Tonnen Mehl pro Jahr verarbeitet und Treibstoff für etwa 120.000 Kilometer benötigt, bedeutet die 30 %-Reduktion an Energiekosten eine Einsparung von ca. 20.000 Euro pro Jahr. Bei einer Umsatzrendite von rund 3 % hat eine Energiekosteneinsparung in dieser Höhe die gleiche betriebswirtschaftliche Relevanz wie eine Umsatzsteigerung von sage und schreibe 660.000 Euro pro Jahr.

Auch die Hersteller von Maschinen, Öfen und Kälteanlagen tüfteln an immer besseren Lösungen, um ihre Geräte so sparsam wie möglich zu bauen. Dipl.-Ing. Richard Häusler von König Maschinen stellte den neuen Industrie-Plattenumlaufofen PU Integral vor. Dieser Backofen ist ein kompaktes System mit geringer Stell- und Außenfläche bei größtmöglicher Backfläche. Vier individuell einstellbare Backzonen machen den PU Integral zu einem Universalbackofen für alle möglichen Backwaren. Die gezielte Energiezufuhr pro Backzone reduziert den Energieverbrauch um rund 10 bis 15 % gegenüber herkömmlichen Backöfen.

Neue Entwicklungen und Ansätze in Sachen Energieeffizienz in der Kältetechnik präsentierte Hannes Breuss von Kolb Kälte. Bei der Initiative eco+ gilt es den Einsatz von Primärenergie zu reduzieren, Betriebskosten zu senken, die Umweltverträglichkeit zu optimieren und messbare, objektiv überprüfbare Ergebnisse zu erzielen.

 


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